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Codex:

Carole et Brullare heeft een bijzondere pagina in een Codex gevonden bij onze zoektochten naar mooie en interessante melodieën.

Wij willen u deze vondst niet onthouden. Zie hier een gedigitaliseerde versie van de bewuste bladijde: 

Codex Carole et Brullare

Oordeelt u zelve goede en getrouwe lezer of dit ende goed of ende fout is..........

Het origineel bevindt zich in de Koninklijke Bibliotheek te 's Gravenhage.


Recentie 20 juli 2019 

 

Musikalische Zeitreise ins Mittelalter

Enorme Vielfalt an Instrumenten (von links): Lottie Margiono (Schellentrommel), Karel Barten (Trommel), Helma Hartman (Schellentrommel), Berrie Hendriksen (Trommel), Karien Welling (Chalumeau) und Stephanie Laddrak (Trommel).Foto  Kirchner

Enorme Vielfalt an Instrumenten (von links): Lottie Margiono (Schellentrommel), Karel Barten (Trommel), Helma Hartman (Schellentrommel), Berrie Hendriksen (Trommel), Karien Welling (Chalumeau) und Stephanie Laddrak (Trommel).FOTO KIRCHNER

Das Ensemble „Carole et Brullare“ gestaltet Konzert mit zahlreichen historischen Instrumenten und beeindruckenden Stimmen

VON ELISABETH KIRCHNER

Riedering – Musik aus dem Mittelalter präsentierte die holländische Gruppe „Carole et Brullare“ („Gesungener Tanz und fröhliche Drolligkeit“), und gemäß dem Dreiklang von Kirche, Minne und Küche ging es in Söllhuben auch von der Kirche über den Saal in die Wirtsstube. Angetan mit historischen Gewändern und mit über 45 mittelalterlichen Instrumenten im Gepäck – die meisten davon selbst gebaut – hielt das Mittelalter aufs prächtigste Einzug in Söllhuben.

„Carole et Brullare“ war auf Einladung von Thomas Schütz gekommen, dem Veranstalter der Konzertreihe Nightingale, die Konzerte an Stätten abseits des Bekannten präsentiert. Und man kann es nicht laut genug betonen: Es war weder ein Kostüm- noch ein mittelalterliches Jahrmarktsspektakel, sondern eine musikalische Zeitreise ins Mittelalter und die frühe Renaissance mit Berufsmusikern in historischen Gewändern. Spielleute, denen man die Spielfreude ansah und die mit musikalischen Finessen und Harmonien, mit großem Stimmumfang und meisterlichem Instrumentenspiel glänzten.

Los ging es in der Kirche mit einer meditativen Antiphone der Hildegard von Bingen (1098 bis 1179), die vier klaren Frauenstimmen – die Sopranistinnen Stephanie Laddrak und Karien Welling sowie die Mezzosopranistinnen Helma Hartman und Lottie Margiono – sorgten für Gänsehaut. Sei es der animierende Rhythmus wie beim „Des oge mais que eu trobar“, einem spanischen Lobgesang auf die Mutter Gottes aus dem 13. Jahrhundert, das katalanische Wiegenlied „Durme, durme“ aus dem 15. Jahrhundert oder die auf Lateinisch gesungene Motette „Alla Psalite cum luya“ aus dem späten 13. Jahrhundert, die gläubige Ehrerbietung, gesanglich und instrumental dargeboten, wirkte anregend und glaubhaft.

War schon die gesangliche Mehrstimmigkeit – die vier Frauenstimmen wurden durch Bariton Berrie Hendriksen und Bass Karel Barten harmonisch ergänzt – leidenschaftlicher Ausdruck gelebter Polyphonie, so begeisterte nicht minder die Instrumentenvielfalt. Trommeln, Fidel, Laute, Holzblockflöten, Schalmeien, Streichpsalter, Chalumeau (Art Flöte, im Klang einer Klarinette ähnlich), Zymbeln und Jakobsmuscheln, die wie Kastagnetten verwendet wurden, – das war wohlklingendes Neuland für die Ohren.

Noch in der Kirche stimmten die Spielleute ein „Ave Donna“, einen italienischen Lobgesang aus dem 13. Jahrhundert, an, in das gesamte Publikum in allen Tonlageneinfallen sollte und auch tat, und mit diesem Lobgesang aller zog die Fest-Karawane von der Kirche in den Hirzinger-Saal. Dort gab es mittelalterlichen Minnesang. So manches Lied erinnerte an die Orffschen „Carmina Burana“ wie das „Tempus transit gelidum“ und das „Ich war ein Kind so wolgetan“. Eifersucht, Verliebtheit – die Spielleute ließen es an gespielten Gefühlen bei den jeweiligen Liedern nicht mangeln. Andere Lieder wiederum steckten zum Mittanzen an, wie das Potpourri aus englischem Tanz und italienischem Belfiore aus dem späten Mittelalter.

Besonders eindrucksvoll war das isländische „Hautid“, das wohl aus dem 10. Jahrhundert stammt. Lottie Margiono, die mit einem Stimmumfang von gut drei Oktaven aufwartete und die das Ensemble vor gut fünf Jahren gegründet hat, stimmte die Zuhörer auf die Umgebung des Liedes ein: „Es ist Weihnachten, es ist dunkel, es ist kalt und man hört das Eis knirschen.“ .

Von der Kälte ging es wieder zurück ins sommerliche Söllhuben, genauer gesagt in die zum Garten hin einladend offene Weinstube, wo die Spielleute weiter für Unterhaltung sorgten. Die übrigen Besucher der Gaststätte zeigten sich nicht minder begeistert, und dem gesungenen Wunsch nach Bier – Berrie Hendriksen sang von „Wein und Bier aus einem Faß“ – kam Wirt Lorenz Hirzinger umgehend nach. Ein Mittelalterspektakel, aber eines mit Könnerschaft, Sachverstand und Anspruch.